Gib dem Hungernden einen Fisch….

„Gib dem Hungernden einen Fisch und er wird für einen Tag satt. Gib ihm eine Angel und er wird nie mehr hungern.“
Dieses Lied haben wir früher auf Seminaren häufig gesungen. Zu der Zeit waren für mich Wohnungslose noch sehr weit weg.
In diesen Tagen kommt mir das Lied immer wieder in den Kopf. Es gibt so viele bedürftige Menschen in Bremen. Die Hilfsbereitschaft ist im Dezember sehr hoch. Es gibt diverse Weihnachtsessen von verschiedenen Einrichtungen. Auch privat organisierte Hilfe hat sich etabliert. Viele wollen mal eben ein paar süße Sachen möglichst selbst übergeben, um die strahlenden Augen zu sehen.
Alles gut gemeint und in dem Moment eine große Hilfe. Im Januar ebbt das wieder ab….
Aber nachhaltig ist das nicht.
Die Zeitschrift der Straße mag nicht die ganz große Angel sein und natürlich nicht mit einem soz.vers.pfl. Job zu vergleichen. Aber es ist ein Zwischenschritt. Unsere VerkäuferInnen müssen es schaffen, in der Öffnungszeit zu uns zu kommen. Sie müssen das Geld zusammen haben (1,20€ pro Zeitung) und so kalkulieren, dass sie nicht zu viel und nicht zu wenig einkaufen. Wenn sie auf der Straße erfolgreich, also freundlich und nicht zu aufdringlich sind, bekommen sie zu den 2,50€ Verkaufspreis auch ein Trinkgeld obendrauf.
Sie machen es sich nicht so einfach, mit einem ollen Pappbecher irgendwo hinzusetzen. Das alles ist schon eine Leistung, die man honorieren sollte.
Nun meinen es einige Leute gut und geben den VerkäuferInnen einfach so Geld, ohne die Zeitung zu kaufen. Ja es gibt auch die Schlawiner, die es darauf anlegen und sagen , es sei die letzte Zeitung.
Ich kann nur an alle appellieren, unbedingt immer eine Zeitung mitzunehmen. Es lohnt sich wirklich, die zu lesen! Haste schon? Verschenk sie an jemanden, der sie noch nicht hat/kennt.
Nur so kann man dieses Projekt erhalten. Wir können nur Zeitungen produzieren, wenn sie auch verkauft werden.

Übrigens im Bild zu sehen: Ein Thermobecher, den unsere regelmäßigen VerkäuferInnen in diesem Jahr zu Weihnachten bekommen. In unserem Büro haben sie die Möglichkeit, sich aufzuwärmen. Es gibt immer Kaffee und wenn möglich (gespendete) Kekse. Nun haben sie auch die Möglichkeit, sich einen Kaffee für unterwegs mitzunehmen.

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