Die Ärmsten sind jetzt noch ärmer

Ein Jahr Pandemie liegt hinter uns. Alle sind genervt und wollen ihr altes Leben zurück. Was vermissen wir? Treffen mit Freunden -zuhause und in Restaurants-, ja Restaurantbesuche fehlen uns. Auch Galerien, Ausstellungen, Theater, Shoppen, Reisen….
Die Liste ist lang und bei jedem gibt es andere Prioritäten.

Und wieder hilft mir der Blick auf die Straße zur Erdung.
Alle diese Dinge, die ich aufgezählt habe, sind für Menschen, die auf der Straße leben oder auch mit Unterkunft und „nur“ am Existenzminimum ohnehin nie ein Thema.
Muss man sich immer wieder vor Augen führen. Ich bin (Geschäfte gerade seit 2 Monaten geschlossen) nicht mehr soviel in der Innenstadt unterwegs, obwohl ich zentral wohne. So wie mir geht es ja den meisten. Und gerade das fehlt. Die Menschen, die den Bettelnden etwas geben. Ich habe seit der Pandemie immer eine Plastiktüte mit einer Tafel Schokolade und einem 5€ Schein dabei. Soviel gebe ich sonst nicht. Hilft es, wenn ich seltener, weil seltener unterwegs, dafür mehr gebe? Ja, aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ich wollte ja nicht über persönliche Erlebnisse aus meiner Zeit bei der Zeitschrift der Straße schreiben. Hier kommt nur ein kleiner Hinweis, auf einen jungen Mann, den ich besonders ins Herz geschlossen habe. Er ist sehr an Kunst interessiert und betreibt selbst leidenschaftlich Bildhauerei. Hier ist ein selbst gemaltes Bild gesehen, das er mir geschenkt hat. Es steht über meinem Schreibtisch und erinnert mich immer wieder an ihn.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Zeitschrift der Straße veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.